Mittwoch, 19. Juni 2019

Rezension: Flüchtige Seelen - Madeleine Thien

Titel: Flüchtige Seelen 
Originaltitel: Dogs at the Perimeter 
Autorin: Madeleine Thien
Erscheinungsdatum: 09. Oktober 2017
Seitenzahl: 256
Verlag: btb
Preis: 10,00 €
Genre: Roman 

Inhalt:
Die Neurologin Janie kam als Mädchen von Kambodscha nach Kanada und hat sich in Montreal ein neues Leben aufgebaut. Als ihr Kollege und Mentor Hiroji plötzlich spurlos verschwindet, bricht diese Welt für sie zusammen, und sie muss sich der eigenen Vergangenheit stellen. Die preisgekrönte Schriftstellerin Madeleine Thien folgt den Erinnerungen, Verletzungen und Träumen ihrer Figuren aus dem Kanada der Gegenwart in den tropischen Dschungel Kambodschas in den siebziger Jahren, als dort die Roten Khmer mit brutalem Terror und der Ermordung von Millionen von Menschen eine neue Gesellschaftsordnung errichten wollten. Mit klarer, sanfter Sprache erzählt sie vom Verlust und von der Wiedergewinnung der Menschlichkeit.

Mein Lieblingszitat:

Meine Meinung:
Dieses Buch, das nebenbei bemerkt ein sehr ansprechendes Cover hat, das nach Beenden wirklich gut zum Inhalt passt, habe ich schon vor einem guten Jahr angefangen und dann aus der Hand gelegt, weil ich  mich einfach nicht mehr weiter in das Geschehen hineinversetzen konnte. Jetzt wollte ich ihm aber fairerweise eine weitere Chance geben. 
Ich wusste zwar nicht mehr viel über die einzelnen Charaktere, doch nach einiger Zeit fand ich mich ganz gut zurecht. Es wird abwechselnd aus vielen verschiedenen Perspektiven erzählt, mal gibt es Rückblenden, mal Kapitel, die in der Gegenwart spielen. Das hat finde ich zwar einiges an Abwechslung gebracht, war aber teilweise auch verwirrend. Die Geschichte, bzw. die Geschichten an sich wirkten auf mich so echt, dass ich es glauben würde, wenn mir jemand erzählte, es handele sich um wahre Begebenheiten. Die Schicksale der verschiedenen Protagonisten gingen mir wirklich nahe, weil es sich bei einigen vor allem noch um Kinder handelt, die vollkommen auf sich allein gestellt ums Überleben kämpfen. Den Schreibstil der Autorin empfand ich als sehr anschaulich und poetisch, der Roman war leicht zu lesen und ich habe ihn nach der riesigen Pause auch recht schnell beendet. 
Obwohl er aus nur etwa 250 Seiten besteht, hatte ich den Eindruck, dass Madeleine Thien sehr detailverliebt über das damalige Leben der Menschen in Kambodscha geschrieben hat. Ich fühlte mich, als würde auch ich mich in dieser unzivilisierten, von den Roten Khmer gewaltsam unterdrückten Welt befinden. Die Lektüre dieses Buches hat auf alle Fälle zu meiner Allgemeinbildung beigetragen, ich habe vieles gelernt, was ich vorher nicht wusste.
Zum Ende möchte ich an dieser Stelle natürlich nicht zu viel sagen, da ihr das Buch dann schon selber lesen müsst. :)

Mein Fazit:
Ein unglaublich berührender Roman über die Schicksale von Menschen, die in den siebziger Jahren von den Roten Khmer in Kambodscha terrorisiert und gequält wurden.

Vielen Dank an den btb Verlag für das Rezensionsexemplar!

Flüchtige Seelen bekommt von mir 4/5 Sterne!







Donnerstag, 13. Juni 2019

Rezension: Everland - Rebecca Hunt

Titel: Everland 
Originaltitel: Everland 
Autorin: Rebecca Hunt
Erscheinungsdatum: 13. Juni 2017
Seitenzahl: 416
Verlag: Luchterhand Literaturverlag 
Preis: 22,00
Genre: Roman 


Inhalt:
Die Insel Everland wird von zwei Antarktisexpeditionen erforscht, zwischen denen hundert Jahre liegen. Doch die Einsamkeit, die harten Wetterbedingungen und die feindseligen Kräfte der Natur sind heute wie damals bestimmend, und bei beiden Expeditionen zeigt sich: Die Antarktis enhüllt den wahren Charakter der Menschen, die sich ihr aussetzen.

Mein Lieblingszitat:

Meine Meinung:
Ich empfand den Klappentext dieses Buches als sehr vielversprechend und wollte darum einen Blick hinein werfen. Leider habe ich den Roman nach etwa hundert Seiten zur Seite gelegt und dann fast zwei Jahre nicht mehr angerührt. Mein Interesse war irgendwie nicht mehr wirklich vorhanden. Jetzt wollte ich „Everland“ nach einiger Zeit noch eine zweite Chance geben. Ich habe nun noch einmal zwei Wochen gebraucht, um es zu beenden.
 Nach einigen Seiten konnte ich mich zumindest wieder einigermaßen in die Geschichte hineinversetzen. Es wird abwechselnd aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt, jeweils zwei aus dem Jahr 1913 und eine aus 2012. Nach und nach verflochten sich die Erzählstränge und alles machte mehr Sinn. Es wird außerdem auch aus unterschiedlichen Sichten der Charaktere erzählt, wobei ich sagen muss, dass es meiner Meinung nach mit so vielen Charakteren etwas unübersichtlich wurde. Der Schreibstil an sich hat mir nicht sonderlich gefallen, weil er für meinen Geschmack zu oft in Schilderungen der Antarktis übergegangen ist. Positiv aufgefallen ist mir dafür, dass die Personen sehr realistisch gezeichnet wurden, sodass sie wie vollkommen unterschiedliche Menschen mit verschiedenen Träumen wirkten. Auch die Entwicklung der Charaktere im Verlauf der Handlung, vor allem unter den schwierigen Bedingungen der Antarktis, war wirklich beeindruckend. Leider hat sich die Geschichte nach meinem Empfinden teilweise etwas in die Länge gezogen und wurde an einigen Stellen langatmig.
Das Ende hingegen gefiel mir wirklich gut, wobei ich an dieser Stelle natürlich nicht zu viel verraten möchte.

Mein Fazit:
Ein teilweise etwas langatmiger Roman mit einer dafür sehr realistischen Charakterentwicklung.

Vielen Dank an den Luchterhand Literaturverlag für das Rezensionsexemplar!

Everland bekommt von mir 3/5 Sterne!

Dienstag, 26. März 2019

Rezension: Hör auf zu lügen - Philippe Besson

Titel: Hör auf zu lügen
Originaltitel: Arrête avec tes mensonges 
Autor: Philippe Besson
Erscheinungsdatum: 08. Oktober 2018
Seitenzahl: 160
Verlag: C. Bertelsmann
Preis: 20,00€
Genre: Roman


Inhalt:
Philippe ist 17 Jahre alt und ein Außenseiter. Als hochbegabter Sohn des Schuldirektors, der wenig Kontakt zu den Mitschülern hat, lebt er in einem französischen Provinznest. Er fühlt sich von seinem Klassenkameraden Thomas, einem geheimnisvollen und charismatischen Winzersohn, angezogen und ist ganz verblüfft, als dieser sein Interesse erwidert. Thomas wird seine erste und große Liebe. Eine Liebe, die nur im Verborgenen gelebt werden darf und die für Thomas tragisch endet, weil er, geprägt durch die ländlichen Konventionen, seine sexuelle Identität sein Leben lang verleugnen wird. Ein authentischer und tief berührender Roman über Liebe und Identitätsfindung.

Mein Lieblingszitat:

Meine Meinung:
Der Klappentext dieses Romans hat mich total angesprochen, sodass ich ihn selbstverständlich gerne lesen wollte.
Da das Buch nur wenige Seiten hat, habe ich es in einem Rutsch in nur wenigen Stunden durchgelesen. Das lag aber nicht nur an der geringen Seitenzahl, sondern auch daran, dass die Geschichte mich unglaublich gefesselt hat. Von der ersten bis zur letzten Seite wurde ich von der Liebesgeschichte des Protagonisten gefangen genommen.
Beeindruckend war dabei auch, dass es sich um eine wahre Geschichte, also die Geschichte des Autors handelt, der aus seiner Jugend und seinem weiteren Leben erzählt. Es gefällt mir auch, dass der Großteil von „Hör auf zu lügen“ in der Ich-Perspektive und vor allem auch in der Gegenwart verfasst ist, sodass ich mich noch besser in das Geschehen vertiefen konnte. Protagonist Philippe war mir, genau wie Thomas sehr sympathisch, auch wenn mir letzterer teilweise etwas abweisend vorkam.
Positiv aufgefallen ist mir außerdem Ort und Zeit der Handlung, es spielt im Westfrankreich der 80er-Jahre. Mir wurde außerdem auf keiner einzigen Seite langweilig, es blieb die ganze Zeit spannend. Humor kommt in der Geschichte nicht viel vor, das hat mich aber nicht wirklich gestört, weil das ganze so noch an Dramatik gewonnen hat. An der ein oder anderen Stelle war der Schreibstil nahezu poetisch, sodass sehr zum Nachdenken angeregt wurde. Die Geschichte an sich hat mich wirklich berühren können, auch, weil der Protagonist sich als homosexuelle Person Mitte der 80er Jahre in einer so schwierigen Lage befand.
Zum Ende möchte ich an dieser Stelle natürlich nicht Zuviel sagen, dass müsst ihr selber herausfinden. ;)

Mein Fazit:
Ein sehr gefühlvoll geschriebener Roman nach einer wahren Geschichte, der kaum aus der Hand zu legen ist.

Vielen Dank an den C. Bertelsmann Verlag für das Rezensionsexemplar!

Hör auf zu lügen bekommt von mir volle 5/5 Sterne!

Dienstag, 5. März 2019

Rezension: The Hobbit - J. R. R. Tolkien

Titel: The Hobbit
Autor: J. R. R. Tolkien
Sprecher: Anthony Jackson, Paul Daneman, Heron Carvic
Erscheinungsdatum: 19. Mai 2005
Laufzeit: 3h 45min
Verlag: der Hörverlag 
Preis: 15,69€
Genre: Fantasy


Inhalt:
Bilbo Beutlin ist ein ganz normaler Hobbit: gutmütig, rundlich, ein bisschen faul und außerordentlich zufrieden mit seinem beschaulichen Leben in Auenland. Doch eines Tages steht der Zauberer Gandalf vor Bilbos Tür und seither geschehen seltsame Dinge in Beutelsend. Sein Haus wird zum geheimen Treffpunkt einer Zwergenschar, die ausgezogen ist, dem Drachen Smaug geraubte Schätze zu entreißen. Und ausgerechnet Bilbo soll sie begleiten. 

Für alle, die auf vergnügliche Weise ihr Englisch und Elbisch aufbessern wollen.

Meine Meinung:
Da ich ein großer Fan von „Der Herr der Ringe“, „Der Hobbit“ und inzwischen auch vom „Silmarillion“ bin, war ich unglaublich neugierig auf dieses Hörspiel. Auch, dass es auf Englisch ist, hat mich sehr angesprochen. Die Sprache war für mich aus dem Grund keine Barriere, weil ich mit der Geschichte durch das Buch und die Filme schon vertraut war und mich die Handlung darum nicht unvorbereitet überrollt hat. Zur Geschichte an sich muss ich an dieser Stelle bestimmt nicht viel sagen, sie ist ein kleines Meisterwerk, das aus Tolkiens Feder geflossen ist. 
Als ich mit dem Hören angefangen habe, fand ich mich direkt in der Welt von Mittelerde wieder. Die Stimmen der Sprecher, vor allem von Paul Daneman, dem Sprecher von Bilbo, haben ihre Figuren super überzeugend verkörpert. Dazu gab es zwischendurch kleine Musikeinlagen und Themes, die z.B. dann gespielt wurden, wenn der Ring aufgetaucht ist. 
Zur Untermalung der Geschehnisse wurden zudem Hintergrundgeräusche, wie Hufgetrappel von Pferden, Schritte und Gelächter hinzugefügt, die dafür sorgen, dass das Hörspiel sich anhört, als würde man einen Film hören. Ich konnte mich somit wunderbar in die Charaktere hineinversetzen und mit ihnen mitfiebern.
Gut gefallen hat mir auch, dass in der Hülle der CDs Informationen über J. R. R. Tolkien und Gedanken vom Produzenten John Powell enthalten sind.
Nachdem ich dieses englische Hörspiel so gerne gehört habe, werde ich bestimmt noch mehr dieser Art hören, aus Tolkiens Feder oder nicht. :)

Mein Fazit:
Die wundervolle Inszenierung einer magischen Geschichte!

Vielen Dank an den Hörverlag für das Rezensionsexemplar!

The Hobbit bekommt von mir volle 5/5 Sterne!